Zm Tod von Pfarrer Dr. Harald Talgner

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die traurige Nachricht über den schnellen und überraschenden Tod von Pfarrer Harald Talgner infolge eines Herzinfarkts. So wurde die Begegnung mit ihm beim Heilig-Blut-Fest am 30. Juni für viele von uns, die letzte und war doch eine umfassende und herzliche zugleich: Als langjähriger Mönch des Klosters Weingarten schloss er seinerzeit sein Theologiestudium mit der Promotion in Kirchenrecht erfolgreich ab und hatte bis zu seinem Wechsel in den Diözesanklerus das Amt des Cellerars inne. Sieben Mal trug er zwischen 1986 und 1997 beim Blutritt die Heilig-Blut-Reliquie und war ganz wesentlich bei der Vorbereitung und Durchführung des großen Heilig-Blut-Jubiläums 1994 beteiligt. Neben seinem Amt als Pfarrer in Oberdischingen und Leiter der Seelsorgeeinheit Donau-Riß war er in den vergangenen 20 Jahren zugleich stellvertretender Dekan im Dekanat Ehingen-Ulm. Zudem begleitete er in all diesen Jahren auch stets die Blutreitergruppe Kirchbierlingen-Ehingen als Geistlicher beim Blutritt.

So blieb er mit Weingarten immer verbunden, wenngleich er bereits viele Jahre vor dem Aus von Abt und später auch von Abtei für sich persönlich an diesem Ort keine Zukunft mehr sah. Wie sehr allerdings diese Wunde längst geheilt war, konnte ich nach dem Mittagessen am Heilig-Blut-Fest beim Gang mit ihm durch das leere Konventgebäude erleben. Die heiteren Episoden und Anekdoten zeigten, wie abgeschlossen dieses Kapitel für ihn war und wie wertvoll ihm diese Zeit doch blieb. In seiner Predigt am Vormittag beim Festgottesdienst sagte er: „Hier in der Basilika schauen wir in die Kuppel hoch, dort ist das von Cosmas Damian Asam eindrucksvoll gestaltet: Gott und Mensch im Himmel vereint, in Gemeinschaft verbunden, ein ewiges Glücklichsein im Himmel. Das ist unsere Verheißung und Zukunft.“ Harald Talgner war als Seelsorger stets ein glaubwürdiger Brückenbauer zu Gott wie zu den Mitmenschen hin, immer ein guter Gesprächspartner und vor allem ein herzlicher Mensch, dem wohl nicht nur ich stets sehr gerne begegnet bin.

Dekan Ekkehard Schmid